(August 2026) "Humor ist subversiv – aber nicht immer", so lautet der Schwerpunkt der Ausgabe 4/2026 von „welt-sichten“ und sie geht dem an vielen Beispielen nach. In Bangladesch zum Beispiel nutzen islamische Hardliner Witze als Waffe; gleichzeitig sind selbst harmlose Scherze über die Religion sehr gefährlich. In Südafrika stichelt der Karikaturist Zapiro gegen die Mächtigen; Christian Putsch hat ihn interviewt.
Aus Brasilien schildert die „welt-sichten“-Korrespondentin Sarah Fernandes, wie Clowns Drogenabhängige erreichen und ihnen Mut geben, einen Ausweg zu suchen. In Nepal gedenken die Menschen einmal im Jahr aller zuletzt Verstorbenen und gestalten das ähnlich wie einen Karneval, berichtet Bibek Bhandari. Und einige der Weltsichten-Korrespondenten aus aller Welt erzählen ihre Lieblingswitze.
Ist Humor kulturgebunden? Im Grunde nicht, erklärt der Sozial- und Kulturanthropologe Mirco Göpfert im Interview mit Melanie Kräuter: Humor ist, was Menschen am schnellsten verbindet. Er erklärt, nach welchen Mustern Witze überall funktionieren, wie Extremisten mit Witzen die Grenzen des Akzeptablen verschieben und was man dagegen tun kann. Und er schildert, wie die staatliche Kontrolle des Humors im Iran funktioniert; Karikaturisten etwa müssen wissen, welche inoffiziellen roten Linien sie nicht überschreiten dürfen, ohne harte Strafen zu riskieren.
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