Stilisierte Feder mit danebenstehendem Schriftzug "Sachsen-Anhalt"

BER-Interview mit Karola Kunkel vom Friedenskreis Halle

(August 2026) Der Berliner Entwicklungspolitische Ratschlag hat mit Karola Kunkel, Vorstandsmitglied des Friedenskreises Halle und dort Leiterin des Projekts „Perspektive Global & Zivil“, über die Situation der entwicklungspolitischen Arbeit in Sachsen-Anhalt gesprochen. Diese ist laut Kunkel aktuell stark von politischen und finanziellen Unsicherheiten geprägt. 

Die Arbeit des Friedenskreises Halle findet bereits in Schulen statt: „Ein Konflikt ist nichts Schlechtes. Er bedeutet zunächst nur, dass unterschiedliche Akteure unterschiedliche Interessen haben. Das gilt zwischen zwei Jugendlichen genauso wie zwischen Staaten“, begründet Kunkel das Engagement zu internationalen Themen und Friedensbildung in Klassenzimmern. Das Neutralitätsgebot für Lehrkräfte bezeichnet Kunkel außerdem als „eine Art Mythos“. Eine Lehrkraft dürfe sehr wohl eine eigene Meinung haben und diese kommunizieren, solange dabei verantwortungsvoll mit der eigenen Rolle umgegangen und demokratische Werte vertreten würden. Der Friedenskreis Halle ist Teil des Bündnisses „Sachsen-Anhalt. Weltoffen!“, das das vielfältige demokratische Engagement in Sachsen-Anhalt sichtbar macht und Austausch ermöglicht.

Für die Zukunft wünscht Kunkel sich aber auch ein verlässliches Bekenntnis der Politik zu einer demokratischen Zivilgesellschaft innerhalb des Bundeslandes. Von Unterstützenden außerhalb fordert sie Verständnis dafür, dass der Aufbau einer stärkeren Infrastruktur in Sachsen-Anhalt Zeit braucht. Kunkel hofft auf lokales Engagement, das den Strukturaufbau fördert. Dabei beschränkt sie sich nicht auf Sachsen-Anhalt: „Genau das wünschen wir uns auch für die Zivilgesellschaft in Ostdeutschland.“
 

Info: Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag e. V., Am Sudhaus 2, 12053 Berlin, Tel. 01575 8185560, info[at]eineweltstadt.berlin, https://eineweltstadt.berlin/ber-interview-mit-karola-kunkel-friedenskreis-halle/