Stilisierte Feder mit danebenstehendem Schriftzug "Nordrhein-Westfalen"

Spanischsprachige Lesekreise in Bonn und Köln als politische Räume

(August 2026) Mit den Lesekreisen „AKELARRE de Mujeres“ in Bonn und „ALIADAS“ in Köln hat Daniela Cerva Cerna zwei Orte geschaffen, an denen mehr als 60 spanischsprachige Frauen einmal im Monat zusammenkommen und gemeinsam über Bücher sprechen können. Diese Treffen ermöglichen jedoch noch mehr als nur gemeinsames Lesen: „Gemeinsam zu lesen ist nicht bloß ein Zeitvertreib, sondern eine Weise, in der Welt zu sein.“, meint Cerva Cerna. Denn durch die gemeinschaftliche Reflexion der gelesenen Inhalte entsteht Raum für Ideen, Gefühle und Erfahrungen, die miteinander geteilt werden können. Neben dieser sozialen Vertrautheit ergibt sich aber auch eine politische Bedeutung: Im regelmäßigen Austausch reflektieren und festigen die teilnehmenden Frauen ihre Haltungen und Perspektiven und gewinnen dadurch unter anderem eine gemeinsame Stimme.

Lesekreise von Frauen waren historisch gesehen eine Form des Widerstands. Durch das kollektive Lesen und den gemeinschaftlichem Austausch entstand die Möglichkeit, die Welt aus eigener Sicht neu zu interpretieren und bestehende Strukturen in den gelesenen Texten kritisch zu hinterfragen. Die Gewohnheiten dieser „widerständigen Leserinnen“ führt Daniela Cerva Cerna heute fort.

„Die spanischsprachigen Lesekreise von Frauen in Deutschland, die ich begleitet habe, sind Ausdruck einer sozialen Praxis, die Geselligkeit, kollektive Interpretation und die Produktion situierten Wissens miteinander verbindet“, fasst Daniela Cerva Cerna die Wirkung ihrer Lesekreise zusammen.

 

Info: Cerva Cerna, Daniela: „Gefällt mir“ Plus. Warum spanischsprachige Lesekreise in Bonn und Köln politische Räume sind. In: ila 497, Juli/Aug. 2026, S. 40–41. Hrsg. Von Informationsstelle Lateinamerika (ila) e. V., Oscar-Romero-Haus, Heerstraße 205, 53111 Bonn, Tel. 0228 658613, ila-bonn[at]t-online.de