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Städtepartnerschaft Berlin–Windhuk: Entwicklungspolitische Zusammenarbeit im Jubiläumsjahr

(August 2025) Seit über 25 Jahren verbindet Berlin und Windhuk eine Städtepartnerschaft, die aktuell durch mehrere entwicklungspolitische Aktivitäten neue Impulse erhält. In drei aktuellen Projekten zeigt sich die inhaltliche Breite, Nachhaltigkeit und Innovationskraft der Kooperation zwischen Verwaltungen und Zivilgesellschaft beider Städte.

Im Rahmen des gemeinsamen Aktionsplans von 2023 und dem Themengebiet Energie entsteht in Windhuk ein Solarenergiezentrum. Es informiert Bürgerinnen und Bürger, insbesondere benachteiligte Bevölkerungsgruppen über Potenziale erneuerbarer Energien und fördert lokale Wertschöpfung. Die Initiative wurde durch den Besuch der Windhuker Delegation im Berliner Solarzentrum angestoßen und wird von der Berliner Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (BGZ) umgesetzt. Das Vorhaben wird über das Nakopa-Programm der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) gefördert. Berliner Expertise fließt über Trainings, Dialogformate und Fachkonferenzen ein. Die Stadt Windhuk trägt substantiell zur Finanzierung bei und strebt eine nachhaltige Etablierung des Zentrums an.

Mit dem Projekt „CAPTURE II – Stärkung informeller Ökonomien und Geschlechtergerechtigkeit“ wird die Rolle von Straßenverkäuferinnen und -verkäufern – insbesondere von Frauen – in Windhuk gestärkt. Schulungen in Finanzmanagement, Marketing und Führungskompetenz sowie strukturfördernde Maßnahmen an vier zentralen Märkten fördern ihre wirtschaftliche Teilhabe. Kunst- und Kulturinitiativen steigern zusätzlich die Sichtbarkeit und Attraktivität der Märkte. In Berlin begleiten Bildungsmaßnahmen das Projekt – unter anderem an zwei Schulen sowie durch eine Veranstaltung im Rahmen der Messe Bazaar Berlin. Das Projekt wird durch das Land Berlin finanziert und gemeinsam mit Partnern wie dem Namibia Institute for Democracy (NID) und der Stadt Windhuk von der BGZ durchgeführt.

Im Modellprojekt „SCIA – Sister Cities in Action“ werden erstmals zivilgesellschaftliche Netzwerke systematisch in den Berliner Partnerstädten Mexiko-Stadt, Jakarta und Windhuk gestärkt. Der Berliner Entwicklungspolitische Ratschlag (BER) kooperiert mit drei Vereinen der Berliner Zivilgesellschaft, die jeweils bilaterale Kooperationen mit der Zivilgesellschaft in den Partnerstädten zu miteinander abgestimmten Themen umsetzen. Darüber hinaus behandelt das neu entstehende städteübergreifende Netzwerk auch gemeinsam Themen wie Fairer Handel. Zu Windhuk arbeiten als Partnerorganisationen der Afrika-Rat Berlin-Brandenburg und das Creative Industry Institute Africa (CIIA) in Windhuk zusammen und stärken den kulturellen Austausch, kreative Wirtschaft und dekoloniale Erinnerungskultur. Im Zentrum stehen Begegnungen, künstlerische Projekte und ein Netzwerkaufbau, um unter anderem die afrikanische Diaspora in Berlin mit Akteurinnen und Akteuren der Kreativszene in Windhuk zu verknüpfen. Auch dieses Projekt wird vom Land Berlin gefördert.

Diese vielfältigen Aktivitäten stehen im Kontext des 25-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Berlin–Windhuk, in der weitere kulturelle Projekte und Begegnungen mit einer Vielzahl an Akteurinnen und Akteuren umgesetzt werden. Dazu finden auch Abstimmungen mit den anderen deutschen Partnerstädten Windhuks, Bremen und Mannheim, statt.

Zur Kooperation der BGZ: https://bgz-berlin.de/arbeitsbereiche/zusammenarbeit-globaler-s%C3%BCden/

Info: Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Martin-Luther-Straße 105, 10825 Berlin, Tel. 030 90138620, Helen.Franke[at]senweb.berlin.de, www.berlin.de/sen/web