Tibati/Kamerun und Bremen – eine Partnerschaft vor dem Hintergrund kolonialer Vergangenheit

(Juli 2026) Im Bestand des Bremer Übersee-Museums befinden sich etwa 150 Objekte, die 1898/99 durch die deutsche "Schutztruppe" aus dem Sultanspalast und der Stadtregion Tibati (Kamerun) entwendet wurden. Während über Rückgaben nach Kamerun noch auf staatlicher Ebene verhandelt wird, entstehen vor Ort konkrete Aktivitäten.

Die Erkenntnis über die Herkunft der Objekte und der Wunsch nach einer Rückgabe führten vor einigen Jahren zu ersten Kontakten zwischen Bremer Akteurinnen und Akteuren sowie dem Lamido von Tibati. Die Beziehungen waren von Beginn an geprägt durch den Wunsch, nicht nur Objekte zurückgeben zu wollen, sondern eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zu beginnen. 

Aufbauend auf den Verbindungen eines Kameruner Biologen zur Universität Bremen werden seit einigen Jahren Imker in Tibati in der Optimierung ihrer Methoden begleitet. Auch ein Projekt zur Verbesserung landwirtschaftlicher Erträge läuft bereits. Nun hat der Lamido von Tibati, Seine Majestät Mohamadou Hadi Barkindo im Juni 2026 Bremen besucht und dabei Gespräche geführt, um weitere Projektideen zu initiieren, die für ihn und seine Region von Bedeutung sind. Besonderes Interesse zeigte er dabei am Bildungssystem und an der Sanitärversorgung. So entstanden bei Besuchen in Bremer Schulen erste Ideen für eine Schulpartnerschaft. 

Anlass des Besuchs war die Eröffnung einer Ausstellung im Überseemuseum "Tibati – Bremen und zurück". Diese zeigt noch bis Januar 2027 Gegenstände aus der Sammlung und belegt anhand der Projekte, die aus der Partnerschaft zwischen Tibati und Bremen hervorgegangen sind, eindrucksvoll, wie aus einer kolonialen Gewaltgeschichte neue Formen der Zusammenarbeit entstehen können.

Info: Senatskanzlei Bremen, Am Markt 21, 28195 Bremen, Tel. 0421 36154406, senatspressestelle[at]sk.bremen.de, https://www.senatspressestelle.bremen.de/pressemitteilungen/lamido-von-tibati-traegt-sich-in-das-goldene-buch-ein-487443?asl=bremen02.c.732.dev