Wiesbaden/ Bad Kreuznach 05.10.2026: Wie kann Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) systematisch an Studienseminaren verankert werden? Dieser Frage widmeten sich die beiden staatlichen Studienseminare an den BBS Neuwied und Mainz bei einem gemeinsamen BNE-Studientag in Bad Kreuznach. Das Projekt „Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ war eingeladen, seine Erfahrungen aus der Praxis einzubringen und konkrete Möglichkeiten für die Verankerung von BNE in der Lehrkräftebildung aufzuzeigen.
Im Mittelpunkt des Studientags standen zentrale Fragen: Wie lässt sich BNE in Fachseminaren sowie in aufbauenden und fächerübergreifenden Veranstaltungen integrieren? Welche Methoden fördern systemisches Denken, Perspektivübernahme und Gestaltungskompetenz? Und wie kann BNE im Sinne eines Whole Institution Approach nachhaltig in den Strukturen einer Bildungseinrichtung verankert werden?
In einem praxisnahen Workshop, den die Teilnehmenden in Kleingruppen besuchen konnten, gab Grenzenlos-Projektreferentin Helen Danso gemeinsam mit der erfahrenen Grenzenlos-Aktiven Abla-Sika Hanou Gbekley Einblicke in die konkrete Umsetzung von BNE und Globalem Lernen im Unterricht. Nach einer kurzen Vorstellung des Projekts durch Referentin Helen Danso präsentierte die Grenzenlos-Aktive Abla-Sika Hanou Gbekley ihre drei Themen, mit denen sie sich im Rahmen des Projekts für Globales Lernen engagiert: SDG 12 „Die wertschätzende Geschichte der Schokolade“; SDG 12:„Kleidung verbindet Welten – Nachhaltigkeit praktisch erleben“ und SDG 10 : „Wer zeichnet die Welt? Kartographie und Macht“. Dabei blieb es nicht bei der Vorstellung der Themen. Um möglichst authentisch zu vermitteln, wie eine Lehrkooperation von Grenzenlos im Unterricht konkret aussehen kann, wurden verschiedene Methoden direkt mit den Teilnehmenden ausprobiert. So startete der Workshop beispielsweise mit einem kurzen Brainstorming zu unterschiedlichen Gegenständen. Anschließend ordneten die Teilnehmenden verschiedene Themen den Sustainable Development Goals (SDGs) zu und überlegten, wie sich diese Themen für die Arbeit in ihren eigenen Studienseminaren nutzen lassen.
Besonders deutlich wurde dabei, wie wichtig persönliche Erfahrungen und authentische Geschichten für BNE sind. Durch ihre lebendige Vortragsweise und ihren persönlichen Bezug zu den vorgestellten Themen gelang es der Grenzenlos-Aktiven, nachhaltige Entwicklung nicht nur als abstraktes Konzept, sondern als etwas Greifbares und Emotionales zu vermitteln. Eine zentrale Erkenntnis des Workshops lautete daher: „BNE braucht Geschichten.“ Denn gerade über persönliche Geschichten und emotionale Zugänge können Perspektivwechsel angeregt, Empathie gefördert und komplexe globale Zusammenhänge verständlich gemacht werden.
„Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ ist ein Projekt des World University Service (WUS) und wird gefördert vom Ministerium des Innern und für Sport in Rheinland-Pfalz und den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und dem Saarland sowie von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).