(März 2026) Weibliche Genitalverstümmelung/-beschneidung (FGM/C) ist eine schwere Menschenrechtsverletzung, die die körperliche und seelische Unversehrtheit von Mädchen und Frauen verletzt und langfristige gesundheitliche sowie psychische Folgen haben kann. Als Form geschlechtsspezifischer Diskriminierung steht FGM/C im direkten Widerspruch zu SDG 5, das die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung von Frauen und Mädchen zum Ziel hat. In Deutschland sind nach Schätzungen des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Stand 31.1 2. 2024) rund 86.500 Frauen und 11.100 Mädchen betroffen; bis zu 25.000 weitere Mädchen gelten als gefährdet.
Seit 2023 fördert das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg eine landesweite zentrale Anlaufstelle für von FGM/C betroffene oder bedrohte Frauen und Mädchen. Damit wird ein Ziel des Koalitionsvertrags „Jetzt für morgen“ umgesetzt. Das Bündnis vereint fünf Organisationen: AfroKids International e. V. koordiniert die Arbeit und kooperiert eng mit betroffenen Communities. Die Beratungsstelle YASEMIN der Evangelischen Gesellschaft ist in der Kinder- und Jugendhilfe tätig. Wildwasser Stuttgart e. V. bietet psychosoziale und traumatherapeutische Unterstützung. Das Freiburger Zentrum für Frauen mit Genitalbeschneidung der Uniklinik berät medizinisch. Das Fraueninformationszentrum Stuttgart unterstützt in asyl- und aufenthaltsrechtlichen Fragen.
Info: Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg, Else-Josenhans-Straße 6, 70173 Stuttgart, Tel. 0711 1230, poststelle[@]sm.bwl.de, www.sozialministerium.baden-wuerttemberg.de