(Januar 2026) Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky (SUB) präsentiert vom 14. Januar bis zum 22. Februar die Ausstellung „Das andere Russland. MEMORIAL – 35 Jahre Kampf um historische Wahrheit und Demokratie“ in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung. Die Ausstellung und das begleitende Veranstaltungsprogramm widmen sich der Geschichte und dem Wirken der Menschenrechtsorganisation MEMORIAL.
Die internationale Menschenrechtsorganisation MEMORIAL entstand 1989 mit dem Ziel, die Verbrechen des kommunistischen Regimes aufzuarbeiten, die Opfer staatlicher Repression zu rehabilitieren und die Erinnerung an sie wachzuhalten. MEMORIAL sammelte über Jahrzehnte Zeugnisse, Dokumente und Erinnerungen, um staatliche Gewalt sichtbar zu machen. Angesichts zunehmender Repressionen wurde die Organisation in Russland 2021 aufgelöst. Dennoch setzen ihre Mitglieder – viele im Exil – die Arbeit fort und leisten einen wichtigen Beitrag zur kritischen historischen Aufarbeitung und zum Einsatz für Menschenrechte. Für ihr langjähriges Engagement wurde MEMORIAL 2022 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Am 28. Januar gibt die Germanistin Irina Scherbakowa, Gründungsmitglied von MEMORIAL, im Gespräch mit Alice Bota (DIE ZEIT) Auskunft über das Wirken der Organisation vor und nach 2022 und diskutiert die in Deutschland vorherrschenden Russlandbilder und die Russlandpolitik.
Außerdem zeigt die SUB am 3. Februar den Film „MEMORIAL. Liquidation“, der den Weg zur behördlichen Auflösung der Menschenrechtsorganisation im Dezember 2021 dokumentiert.
Interessierte werden gebeten, sich für die Eröffnung und die begleitenden Veranstaltungen per E-Mail unter pr[at]sub.uni-hamburg.de anzumelden.
Info: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky, Von-Melle-Park 3, 20146 Hamburg, Tel. 040 428382233, auskunft[at]sub.uni-hamburg.de, https://www.sub.uni-hamburg.de/startseite.html