Lehrkräftefortbildung im Saarland zu Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung für berufliche Schulen im WUS-Projekt „Grenzenlos-Globales Lernen in der beruflichen Bildung“
Wiesbaden/Merzig, 11.03.2026: „Mir hat besonders der pragmatische Ansatz der Fortbildung gefallen, weil es neben dem theoretischen Input eben auch die Möglichkeit gibt, ganz praktisch Kooperationen zu vereinbaren“, betont eine Lehrkraft und fasst damit den Kerngedanken des Kooperationstag Saarlands prägnant zusammen: Lehrkräfte saarländischer Berufsschulen und internationale Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika kamen im Rahmen des Projekts Grenzenlos- Globales Lernen in der beruflichen Bildung an die Jean-Francois-Boch-Schule BBZ Merzig, um gemeinsam zu erarbeiten wie Globales Lernen und BNE möglichst praxisnah in den Unterricht gebracht werden kann.
Hierfür boten die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) und die Empfehlungen des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung der Kultusministerkonferenz (KMK) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den Rahmen.
Dr. Daniela Schmitz, saarländische Landeskoordinatorin für Bildung für Nachhaltige Entwicklung des Ministeriums für Bildung und Kultur, verdeutlichte in einem kurzweiligen Impuls prägnant die Anwendbarkeit einer BNE für die berufliche Bildung sowie normative Grundlagen auf nationaler Ebene für die Umsetzung. Die in ihrem Impuls vorgestellten Kernbotschaften der Agenda 2030 wurden im Anschluss in einer interaktiven Übung gemeinsam diskutiert: Dabei wurde nicht nur die Relevanz der Sustainable Development Goals deutlich, sondern auch wie unterschiedlich die Perspektiven auf diese sind. Dass es zur Erreichung der 17 SDGs auf genau diese Perspektivenvielfalt ankommt, wurde vor allem beim Programmpunkt „Themenkosmos“ sichtbar: Die 13 Studierende aus 9 Nationen Afrikas, Asiens und Lateinamerika präsentierten dort ihre Themen. Diese reichten von „SDG #2, 12: Lebensmittelverschwendung und nachhaltige Ernährung“ über „SDG#8: Nachhaltige Finanzen“ oder „SDG#10: Afrika ist kein Land: zwischen Realität und Stereotypen" bis hin zu „SDG16#: Cybersicherheit und Technologien“, um nur einige aufzuzählen.
Beim sich anschließenden Programmpunkt „Make a match“ stand die konkrete Planung zukünftiger Lehrkooperationen im Fokus. Im direkten Austausch zwischen Grenzenlos-Aktiven und Lehrkräften wurden intensive Gespräche geführt und bereits konkrete Vereinbarungen über Termine und Themenschwerpunkte getroffen. Ganz im Sinne des Kooperationsgedankens zwischen Lehrkräften und Grenzenlos-Aktiven erhielten Studierende, die erstmals an einem Grenzenlos-Seminar teilnahmen, wertvolle Unterstützung durch die pädagogische Expertise der Lehrkräfte. Gleichzeitig profitierten saarländische Lehrkräfte von der seltenen Gelegenheit, gebündeltes internationales Fachwissen kennenzulernen.
Wie praxisnah Nachhaltigkeit im beruflichen Unterricht gelebt werden kann, zeigte sich nicht nur in den inhaltlichen Beiträgen und einzelnen Programmpunkten des Tages. Auch die Rahmenbedingungen spiegelten den Gedanken des Whole School Approach wider: Die Teilnehmenden wurden mit einem köstlichen, selbstgekochten veganen Essen versorgt, das teilweise aus geretteten Lebensmitteln zubereitet war. Ein herzlicher Dank gilt der Schulleitung der Jean-François-Boch-Schule BBZ Merzig, Andreas Nikolaus Heinrich, für die große Gastfreundschaft sowie dem gesamten BNE-Team für die wertvolle Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung des Kooperationstags.
Das Projekt „Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ wird vom Saarland, den Ländern Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sowie ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.