Eine Gruppe von Menschen stehen vor einem Haus und halten bunte Schilder mit den SDGs in den Händen

Lehrkooperationen für die Zukunft: Hessische Berufsschulen und die UN-Nachhaltigkeitsziele – Grenzenlos-Kooperationstag 2026 in Frankfurt am Main

Lehrkräftefortbildung in Hessen zu Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung für berufliche Schulen im WUS-Projekt „Grenzenlos-Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ 

Wiesbaden/Frankfurt am Main, 03.03.2026. „Man lernt neue Personen kennen, erfährt, wie man selbst zu mehr Nachhaltigkeit beitragen kann, und die Atmosphäre der Veranstaltung war sehr angenehm“, so lautete das Fazit eines internationalen Studierenden nach dem Kooperationstag. Die Lehrkräftefortbildung fand am 28. Februar 2026 in Frankfurt am Main statt. Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) dienten dabei als roter Faden, um Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und globale Nachhaltigkeit an beruflichen Schulen in Hessen zu verankern. Eine weitere Grundlage bilden die Empfehlungen des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung der Kultusministerkonferenz (KMK) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Nach der Begrüßung und einer Einführung in das Projekt „Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ stand zunächst die Diskussion der 17 Nachhaltigkeitsziele und ihrer Bedeutung für die berufliche Bildung im Mittelpunkt. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig die Anknüpfungspunkte der SDGs in unterschiedlichen Ausbildungsberufen sind – von Fragen nachhaltigen Wirtschaftens über globale Lieferketten bis hin zu sozialer Verantwortung im Berufsalltag.

Einen fachlichen Impuls zu Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Globalem Lernen in der beruflichen Bildung gab Angelika Schichtel vom Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat, die im Ministerium für „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ zuständig ist. In ihrem Beitrag verwies sie auf das vierte Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen, SDG 4 „Hochwertige Bildung“, insbesondere das Unterziel SDG 4.7, das die Förderung von Bildung für nachhaltige Entwicklung und globaler Verantwortung in den Mittelpunkt stellt. Dieses Ziel betont, dass bis 2030 alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben sollen, um nachhaltige Entwicklung aktiv mitzugestalten – etwa durch Bildung zu nachhaltigen Lebensweisen, Menschenrechten, Geschlechtergerechtigkeit, Frieden und kultureller Vielfalt. „Das ist genau das, was Grenzenlos lebt und auch umsetzt“, betonte Angelika Schichtel.

Ein Highlight der Veranstaltung stellte erneut der „Themenkosmos“ dar. Die qualifizierten Grenzenlos-Aktiven präsentierten ihre selbst entwickelten Themen zu den 17 Nachhaltigkeitszielen und zeigten, wie diese mit Methoden des Globalen Lernens praxisnah im beruflichen Unterricht umgesetzt werden können. Neue Impulse setzten dabei unter anderem Beiträge zu „Globaler Handel und faire Lieferketten oder Klimagerechtigkeit“ (SDG 8, 12 und 13), „Grenzenlose Logistik – eine Antwort auf Luftverschmutzung, Klimawandel und humanitäre Herausforderungen“ (SDG 3, 11 und 13) sowie zur „Besseren Verpackung von Produkten“ (SDG 12). Auch innovative Ansätze wie „Psychische Gesundheit sichtbar machen – digitale Unterstützung für afghanische Frauen und Mädchen“ (SDG 3, 5 und 10) erweiterten das thematische Spektrum. Einige der Studierenden waren erstmals dabei und nutzten die Gelegenheit, ihre Konzepte engagiert vorzustellen und mit den Lehrkräften ins Gespräch zu kommen.

Danach stand mit „Make a match“ die konkrete Anbahnung von Lehrkooperationen im Fokus. In Arbeitsgruppen diskutierten Lehrkräfte und Studierende, wie und in welchem Rahmen gemeinsame Unterrichtseinheiten realisiert werden können. Dabei wurden bereits konkrete Vereinbarungen über Schulbesuche, Themenschwerpunkte und zeitliche Abläufe getroffen. 

Der Kooperationstag ist für Lehrkräfte als Fortbildung anerkannt und für internationale Studierende Teil der Qualifizierung zum „Facilitator for Global and Intercultural Education“. Ziel des Projekts ist es, Globales Lernen strukturell in der beruflichen Bildung in Hessen zu verankern und internationale Perspektiven nachhaltig in den Unterricht einzubinden.

Das Projekt „Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ wird von den Ländern Hessen, Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie von ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. In Hessen ist das Projekt Teil der Dachmarke „Nachhaltigkeit Lernen in Hessen" des Hessischen Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat.