Winterakademie: Tradition? Transformation! Geschlecht, Familie und queere Perspektiven

Tradition? Transformation! Geschlecht, Familie und queere Perspektiven

Wie definieren wir Familie und wer darf dazugehören? Welche Rollenbilder prägen unser Verständnis von Geschlecht, Partnerschaft und Elternschaft? Und wie lässt sich zwischen kultureller Tradition, religiösen Normen und individueller Selbstbestimmung navigieren?
In dieser Akademie werfen wir einen intersektionalen und globalhistorischen Blick auf Geschlechterrollen und Familienbilder mit einem besonderen Fokus auf den Globalen Süden. Dabei hinterfragen wir, welche Konzepte von Geschlecht und Familie tatsächlich „traditionell“ sind und welche erst im Zuge kolonialer, religiöser oder politischer Einflüsse verfestigt wurden. Wir erkunden, wie vielfältig und fluide Geschlechtsidentitäten in vorkolonialen Gesellschaften gedacht wurden und wie queere Perspektiven heute weltweit wieder sichtbar gemacht, erkämpft und gelebt werden.
Wir diskutieren aktuelle Entwicklungen in verschiedenen Ländern: Queeres Aufwachsen in Vietnam, Bildungsinitiativen zu Gender in der Ukraine oder die politische Auseinandersetzung mit Geschlechtergerechtigkeit in afrikanischen und lateinamerikanischen Kontexten. Gleichzeitig beleuchten wir, welche sozialen, religiösen und politischen Barrieren queeren Menschen in verschiedenen Regionen begegnen und wie Aktivismus, zivilgesellschaftliches Engagement und solidarische Communities wie z. B. vielbunt (Darmstadt) dazu beitragen, Räume für Vielfalt und Selbstbestimmung zu schaffen.
Die Akademie verknüpft Fragen von Geschlechtergerechtigkeit (SDG 5), Bildung (SDG 4) und sozialen Rechten (SDG 10) und lädt die Teilnehmenden ein, eigene Perspektiven einzubringen, gemeinsam kritisch zu reflektieren und Visionen für eine inklusive Gesellschaft zu entwickeln, in der niemand aufgrund ihrer:seiner Identität ausgeschlossen wird.