Sanktionen und ihre Auswirkungen auf die Zivilgesellschaft

Sanktionen und ihre Auswirkungen auf die Zivilgesellschaft

**mit Kinderbetreuung

Internationale Sanktionen sind ein zentrales außenpolitisches Instrument – sie sollen Völkerrechtsverstöße, Menschenrechtsverletzungen
oder die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen verhindern. Doch sie haben auch unbeabsichtigte Folgen: Wie wirken sich Sanktionen gegen Länder wie Iran, Kuba oder Russland auf deren Bevölkerung, Wissenschaft und Kultur aus? Im Seminar beleuchten wir, wann Sanktionen als politische Druckmittel legitim sind – und wann sie selbst zur Belastung für Zivilgesellschaften werden. Ebenso diskutieren wir die Rolle von Nichtregierungsorganisationen: Wie handeln Greenpeace, Amnesty oder andere NGOs zwischen politischem Einfluss, fehlender demokratischer Legitimation und punktuellen Lösungen? Neben außenpolitischem Druck betrachten wir auch staatliche Repressionen nach innen – etwa im Fall der Rohingya in Myanmar oder der Uiguren in China. Ziel ist es, die Ambivalenz politischer Sanktionen, ihre Wirkmechanismen und ihre ethischen Grenzen kritisch zu hinterfragen.

Grünes Wohnen: Wie leben wir in der Zukunft?

Grünes Wohnen: Wie leben wir in der Zukunft?

Nachhaltige Stadtentwicklung ist ein zentrales Ziel der Agenda 2030. Im Seminar untersuchen wir, wie traditionelle Architektur, lokale Materialien und
ressourcenschonende Bauweisen zur nachhaltigen Gestaltung urbaner Räume beitragen können. Wir diskutieren, welche politischen und planerschen
Konzepte – etwa durch UN-Habitat – nötig sind, um Städte inklusiv, ökologisch und sozial verträglich zu gestalten. Anhand internationaler Beispiele aus Costa Rica, Ruanda, Ecuador und Deutschland reflektieren wir unterschiedliche Wege nachhaltiger Stadtentwicklung. Auch lokale Ansätze wie die „Smart City Wiesbaden“ zeigen, wie Technologien zur Umweltentlastung beitragen können. Wir fragen: Wie lässt sich die Kluft zwischen Stadt und Land verringern – und was hat urbane Planung mit globalem Ressourcenverbrauch, Klimawandel und Migration zu tun?

Green Beauty? Unmasking the Dark Side of the Cosmetic Industry

Green Beauty? Unmasking the Dark Side of the Cosmetic Industry

*event will be held in English

According to Euromonitor, sales of premium beauty products were expected to reach 151 billion US dollars in 2023, compared to 100 billion in 2021. The beauty industry is booming like never before. While awareness of the precarious production conditions in the textile sector seems to be steadily increasing, there are hardly any reports on the working conditions and production processes in the cosmetics and beauty sector. Yet cosmetic products are constant companions in our daily lives, often packaged in plastics. However, plastic frequently ends up in the wrong bin, which means it is not recycled and can take up to 500 years to decompose. It finds its way into forests, rivers, agricultural land, and even into food as microplastics – and ultimately into the human body. According to Zero Waste Europe, 120 billion packaging units are produced annually for the global cosmetics industry.
In this seminar, we want to explore the opportunities that Fairtrade-certified raw materials in cosmetics and personal care products can offer – for example, helping producers to increase their Fairtrade sales and access new markets. Many of the Fairtrade raw materials already available could also be used in beauty products, such as shea butter, honey, or sugar. Working conditions, particularly regarding health protection, are significantly better on Fairtrade-certified plantations than on non-certified ones.
 

Religion & Kultur: (un)geschriebene Gesetze

Religion & Kultur: (un)geschriebene Gesetze

**mit Kinderbetreuung

Ziel des Seminars ist es, zu erörtern, wie Kultur und Religion zusammenhängen und wie diese Begriffe genutzt werden können, um soziale Identitäten zu beschreiben – ohne sie zu verurteilen. Wir fragen, wie kulturelle und soziale Prägungen unsere Wahrnehmung, unser Denken und Handeln beeinflussen und welche Rolle Religion und Kultur im gesellschaftlichen Zusammenleben sowie in politischen Systemen weltweit spielen. Anhand globaler Beispiele diskutieren wir, wie kulturelle Zuschreibungen zu Stigmatisierung führen können und welche Maßnahmen notwendig sind, um Gewalt gegen Mädchen und Frauen, etwa in Form von Kinder- und Zwangsheirat zu bekämpfen.

Schutz der Ökosysteme und Sandbanken - wer trägt die Verantwortung?

Schutz der Ökosysteme und Sandbanken - wer trägt die Verantwortung?

Im Jahr 2010 wurden im japanischen Nagoya die so genannten Aichi-Ziele zum weltweiten Schutz der Artenvielfalt formuliert. Diese Kernziele zum Schutz der Biodiversität sollten bis 2020 erreicht werden. Dazu zählen u.a. Ressourcenverbrauch beschränken; Regenwaldrodungen stoppen, Flächenfraß eindämmen; Überfischung vermeiden, marine Ökosysteme schützen; Korallenriffe schützen; mehr wirksame Schutzgebiete an Land und im Meer; Artensterben stoppen, Biodiversität erhalten; Wüstenbildung bekämpfen und die Bedürfnisse indigener Gruppen schützen. Mindestens ein Viertel der gesamten Landfläche der Erde ist durch Nutzungs- oder Eigentumsrechte Land indigener Menschen. Doch der Raub dieser Landflächen, das sog. Landgrabbing, ist zu einer immensen globalen Land- und Menschenrechtsproblematik geworden. Dabei spielen in der EU ansässige Akteurinnen und Akteure bei Landgrabbing und den damit verbundenen Menschenrechtsverstößen außerhalb Europas eine wichtige Rolle. Am Fallbeispiel der Palmölproduktion (Palmen-Monokulturen) in Malaysia, Nigeria oder Honduras können in diesem Akademie die Zusammenhänge und Folgen von Landraub, Menschenrechtsverletzungen und die Abholzung von Regenwäldern beleuchtet werden. Denn anstelle einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt wächst eintönig Palme neben Palme. Die Folgen von Rodungen sind auch auf lange Sicht fatal. Auf abgeholzten und landwirtschaftlich übernutzten Flächen kommt es häufig zu Bodendegradation. Hierbei verliert der Boden seine Nährstoffe, die Vegetationsschicht geht verloren und das vorher fruchtbare Land wird entweder durch starke Regenfälle und Wind abgetragen oder versalzt und wird zur Steppe und Wüste bei einem Mangel an Regen. 

Ferner beleuchten wir auch das Konfliktpotenzial der unkontrollierten Nutzung des Rohstoffes Sand. In Vietnam wird Sand bereits knapp. Flusseinzugsgebiete werden genutzt, um Sand aus den Flüssen zu fördern, es bilden sich keine Flussdelten mehr. Außerdem wird der Sand von Stränden gewonnen, ganze Inseln werden dafür abgebaggert. Inzwischen verbieten Staaten wie Malaysia, Vietnam und Kambodscha den Sandexport, was zu illegalem Handeln führt. Sand findet sich in Beton ebenso wie in Handys, Kosmetik und Chips. In vielen Teilen der Welt ist ein regelrechter Krieg um Sand entbrannt

Dabei steht die Frage im Fokus der Akademie: Wie sehr müssen nationale und internationale Prozesse zum Schutz der Ökosysteme miteinander verschränkt und kohärent gestaltet sein? Am Beispiel der internationalen Meerespolitik könnten die Akteure und die Bedeutung der internationalen Konferenzen der Kleinen Inselentwicklungsländer (SIDS4) der Vereinten Nationen beleuchtet sowie auf die Gutachten des Internationalen Seegrichtshofs zu den Verpflichtungen in Zeiten der Klimakrise und zur kritischen Situation der Big Ocean States eingegangen werden. Und weiter: Welche Regeln zum Tiefseebergbau bei der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) im Kontext weltweit wachsender Offshore-Aktivitäten gibt es? Was sind die Folgen solcher Offshore-Aktivitäten?

Deutsche Länder in der Entwicklungspolitik

[Wiesbaden, 17.04.2025] Globales Lernen, faire Beschaffung und Partnerschaften in aller Welt: Die Deutschen Länder stellen vom 24. bis 27. April 2025 ihr entwicklungspolitisches Engagement auf der Messe FAIR Handeln in Stuttgart vor.  

Die Deutschen Länder  sind mit ihrem entwicklungspolitischen Engagement zu Gast am Stand 1C60 des Staatsministeriums Baden-Württemberg in Halle 1. Der Messeauftritt der Deutschen Länder gibt Einblicke in die vielfältige entwicklungspolitische Arbeit der Deutschen Länder. Die Länder werden seitens des World University Service – Deutsches Komitee e. V. (WUS) unterstützt, der u. a. das Portal www.ez-der-laender.de verantwortet.

Die Messe FAIR HANDELN wird von der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) und der Landesmesse Stuttgart veranstaltet. Sie präsentiert umfangreiche  Angebote, Organisationen und Produkte des Fairen Handels, der Entwicklungszusammenarbeit, des nachhaltigen Tourismus sowie des nachhaltigen Finanzwesens und der verantwortlichen Unternehmensführung (CSR). Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm bietet Fachveranstaltungen und wichtige Informationen für die gesamte Familie. 

So findet während der Messe am 26. April 2025 auch die Entwicklungspolitische Landeskonferenz Baden-Württembergs „Weltbürger: gefragt!“ im Kongress-West des Messegeländes statt. Die Landeskonferenz berät jährlich über die Umsetzung der entwicklungspolitischen Leitlinien des Landes. 

Weitere Informationen finden Sie auf dem Portal Deutsche Länder in der Entwicklungspolitik: www.ez-der-laender.de

Rückfragen an: World University Service e. V., Portal Deutsche Länder in der Entwicklungspolitik, Ansprechpartner: Bastian Ivens, Tel. 0611 944 6170, E-Mail: portal[at]wusgermany.de

Deutsche KlimaStiftung

Deutsche KlimaStiftung

Arnold-Böcklin-Straße 14
28209 Bremen
Bremen
Deutschland

Telefon
+49 421 276568-00
E-Mail
info[at]deutsche-klimastiftung.de
Beschreibung der Organisation

Die Deutsche KlimaStiftung setzt sich seit 2009 für Klimabildung und Dialog im In- und Ausland ein. Wir stellen Handlungsoptionen für eine nachhaltige Entwicklung insbesondere für den Klimaschutz anschaulich dar und animieren Menschen jeden Alters zu einer zukunftsfähigen Lebensweise. Um diese Ziele zu erreichen, initiieren wir Bildungsprogramme, organisieren Veranstaltungen und setzen unsere eigene Wanderausstellung KLIMAFLUCHT sowie weitere Bildungsmaterialien ein. Zudem arbeiten wir an gesellschaftspolitischen Themen der nationalen und internationalen Klimadebatte mit.

Organisationstyp

Entwicklungspolitische Länderperspektivkonferenz in Hessen - Entwicklung und Zusammenarbeit

[Wiesbaden, 02.04.2025]* - Am 12. März 2018 wurden von der Landesregierung die „Leitlinien zur Entwicklungszusammenarbeit der Hessischen Landesregierung“ beschlossen. In ihnen sind die siebzehn Sustainable Development Goals (SDG´s), die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen niedergelegt, so wie beispielsweise der Wille für die Verbesserung menschlicher Lebensverhältnisse, die kooperative Lösung globaler Herausforderungen sowie die internationale Verpflichtung zur Solidarität.

Hessen versteht Entwicklungszusammenarbeit (EZ) als Partnerschaft auf Augenhöhe und stellt sich seiner Verantwortung, die Welt im Interesse heutiger und künftiger Generationen zukunftsfähiger und gerechter gestalten zu wollen. Hierzu gehört insbesondere die nachhaltige Verbesserung menschlicher Lebensverhältnisse und kooperative Lösungen globaler Herausforderungen, damit die weltweiten sozioökonomischen Ungleichheiten ausgeglichen werden können.

Aus diesen Gründen engagiert sich Hessen seit vielen Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit mit Unterstützung eines langjährigen und breiten bürgerschaftlichen Engagements mit einer Vielzahl von Handelnden. Sie und entwicklungsspezifische Organisationen wie z.B. Nichtregierungsorganisationen (NGO´s), die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), das Entwicklungspolitische Netzwerk Hessen e.V. (EPN Hessen) oder der World University Service e.V. (WUS) sind weitere wichtige Akteure, um die Arbeit der Landesregierung im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit weiter voranzubringen.

Um alle gesellschaftlichen Bereiche, Institutionen, Organisationen und Personen für die Entwicklungszusammenarbeit weiter zu vernetzen, hat sich am 05. Dezember 2019 der Beirat Entwicklungszusammenarbeit der Hessischen Landesregierung konstituiert. Mit seiner Hilfe wird die Entwicklungszusammenarbeit Hessens auch in Zukunft nachhaltige Erfolge für eine bessere und fairere Welt erzielen.

Das Hessische Wirtschaftsministerium hat der HA Hessen Agentur GmbH die operative Durchführung von Fördermaßnahmen zur EntwicklungsZusammenarbeit (Förderung der nachhaltigen Entwicklung im Rahmen der SDGs) übertragen. 

Länderperspektivkonferenz

Unter dem Titel „Kommunikation und Wandel der Entwicklungszusammenarbeit“ fand am 27. und 28 März 2025 die Länderperspektivkonferenz im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum statt. Expertinnen und Experten aus Bund, Ländern, Wissenschaft und internationalen Organisationen diskutieren dabei zentrale Herausforderungen und Strategien für eine zeitgemäße und wirksame Entwicklungszusammenarbeit.

Gerade in Zeiten, in denen internationale Kooperationen und Entwicklungspolitik in Frage gestellt werden, ist eine starke europäische und deutsche Stimme für internationale Solidarität und Nachhaltigkeit notwendig. Hessen setzt ein Zeichen für eine global-nachhaltige Entwicklung und eine Umsetzung der SDGs. Auch der neu konstituierte entwicklungspolitische Beirat der Hessischen Landesregierung unterstreicht dieses Engagement.

Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz lag auf der Kommunikation von Entwicklungszusammenarbeit. Gerade in Zeiten zunehmender Desinformation und populistischer Vereinfachungen ist es wichtig, transparent und überzeugend über die Ziele und Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit zu informieren. Nur so gewinnen wir die breite Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger für eine Politik der globalen Verantwortung und Solidarität zurück. Mit Beiträgen renommierter Institutionen wie dem German Institute of Development and Sustainability (IDOS), DEval - German Institute for Development Evaluation und dem OECD – OECD Development Communication Network (DevCom) bietet Hessen eine Plattform für den Austausch über konkrete Handlungsansätze und innovative Strategien.

*Originaltext erschienen unter Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum unter dem Link https://wirtschaft.hessen.de/wirtschaft/entwicklung-zusammenarbeit 

PRESSEMITTEILUNG: Déjà-vu mit dem Universitätsdiplom von Präsident Recep Tayyip Erdoğan

[Wiesbaden, 20.03.2025] – Die Entscheidung der Universität Istanbul, die nachweislich wie viele andere Universitäten in der Türkei seit Jahren ihre Autonomie verloren hat, dem Bürgermeister der türkischen Millionenstadt, Ekrem İmamoğlu, das Universitätsdiplom nachträglich zu entziehen und ihn damit von einer möglichen Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen in der Türkei auszuschließen, ist bemerkenswert.

Dass das Staatsoberhaupt der Republik Türkei den Artikel 27 der türkischen Verfassung, in dem es heißt: „Jedermann hat das Recht, Wissenschaft und Kunst frei zu lernen, zu lehren, auszudrücken, zu verbreiten und jede Art von Forschung in diesen Bereichen zu betreiben“, missachtet und ohne Legitimation außer Kraft setzt, hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan in den vergangenen elf Jahren seiner Präsidentschaft immer wieder gezeigt und damit die von ihm ernannten Hochschulleitungen zu seinen Erfüllungsgehilfen degradiert.

Im aktuellen Fall der Aberkennung des Universitätsdiploms von Oberbürgermeister Ekrem İmamoğlu ist bemerkenswert, dass Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan ein gefälschtes Universitätsdiplom der Marmara Universität aus dem Jahr 1981 als akademischen Grad in seiner Vita angibt, da nach der türkischen Verfassung ein Universitätsabschluss Grundvoraussetzung ist, um für das Amt des Staatspräsidenten kandidieren zu können.  Die Marmara-Universität wurde erst 1982 gegründet. Der Dekan und der Rektor der Universität, die beide die Urkunde unterzeichnet haben sollen, haben ihre Tätigkeit ebenfalls erst 1982 aufgenommen. Ein klarer Fall von Urkundenfälschung und ein Fall für die türkische Staatsanwaltschaft, die jedoch untätig blieb und bleibt.

Auf Nachfrage erklärte sein Pressesprecher vor den letzten Präsidentschaftswahlen 2023 lediglich: „Präsident Erdoğan hat so viele Ehrendoktorwürden aus aller Welt, dass sich die Frage erübrigt“. Nach Artikel 101 Absatz 1 der türkischen Verfassung ist eine der Grundvoraussetzungen ein abgeschlossenes Hochschulstudium.

„Wenn nun nach dem Verfassungsverständnis von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan eine Ehrendoktorwürde als Ersatz für ein abgeschlossenes Hochschulstudium gilt, kann ich die deutschen Hochschulen nur ermutigen, Bürgermeister Ekrem İmamoğlu für die Wahrung der Wissenschaftsfreiheit und Verfassungstreue die Ehrendoktorwürde zu verleihen. Dies auch in Erinnerung an die zahlreichen Exilanten aus Deutschland während der NS-Zeit, die damals an türkischen Universitäten Schutz und Aufnahme fanden, wie z.B. der spätere Regierende Bürgermeister von Berlin Ernst Reuter, der Komponist Paul Hindemith oder der Finanzwissenschaftler Fritz Neumark, so Dr. Kambiz Ghawami, Vorsitzender des World University Service (WUS).

PRESSEMITTEILUNG zum Internationalen Frauentag am 8. März 2025

[Wiesbaden, 07.03.2025] – Anlässlich des Internationalen Tags der Frauen ruft der World University Service (WUS) die internationale Gemeinschaft zu verstärktem Engagement für Bildungsgerechtigkeit für Frauen und Mädchen in Kriegs- und Konfliktregionen auf. Der Zugang zu Bildung wird in vielen Ländern von Kriegen und gewaltsamen Konflikten systematisch blockiert, wodurch eine ganze Generation von Frauen und Mädchen, und somit ein Großteil der Gesellschaft, die Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft verliert. Besonders betroffen sind Afghanistan, der Sudan, Myanmar, Gaza und die Demokratische Republik Kongo.

„Bildung ist eine der größten Chancen für Mädchen und Frauen in Kriegs- und Krisenregionen, um aus der Gewaltspirale auszubrechen und eine neue Perspektive zu gewinnen. Sie ist jedoch auch eines der ersten Opfer von Konflikten“, erklärt Dr. Kambiz Ghawami, Vorsitzender des World University Service. „Die internationale Gemeinschaft muss mehr tun, um Frauen und Mädchen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen – nicht nur als Recht, sondern auch als Mittel für Frieden, soziale Integration und langfristige Stabilität.“

In Afghanistan werden Mädchen und Frauen seit Beginn der Herrschaft der Taliban im Jahr 2021 systematisch von Bildung ausgeschlossen. Diese Entwicklung verwehrt Frauen nicht nur die Chance auf eine höhere Bildung, sondern verhindert auch eine fundamentale Voraussetzung für den gesellschaftlichen Fortschritt. Auch im Sudan wäre Bildung ein Weg aus der Gewalt, doch der andauernde Konflikt hat das Bildungssystem in dem afrikanischen Land nahezu völlig zerstört. Ebenso sind in Myanmar seit dem Militärputsch 2021 Bildungseinrichtungen vielfach geschlossen und bombardiert worden und viele Mädchen und junge Frauen sind vom Bildungsweg ausgeschlossen. Diese Schließungen betreffen nicht nur das Schulsystem, sondern auch Universitäten und andere Institutionen, die für die akademische und berufliche Entwicklung von Frauen entscheidend sind. 

In Gaza ist Bildung – insbesondere Bildung für Frauen und Mädchen – seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 vollständig zum Erliegen gekommen und Schulen und Universitäten wurden fast vollständig zerstört. In der Demokratischen Republik Kongo ist Gewalt gegen Frauen und Mädchen seit vielen Jahren traurige Realität. Dazu gehört auch, ihnen den Zugang zu Bildung zu verwehren. Diese Entwicklung hat schwerwiegende Auswirkungen und destabilisiert die Gesellschaft insgesamt über Generationen hinweg.

Der WUS weist darauf hin, dass Bildung nicht nur ein individuelles Recht ist, sondern eine unverzichtbare Grundlage für Frieden, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Entwicklung. Der Zugang zu Bildung für Frauen und Mädchen in Kriegs- und Konfliktregionen ist ein zentrales Element in der internationalen Friedens- und Entwicklungsarbeit.

Hierzu verweist die Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd anlässlich des Internationalen Tags der Frauen auf ihre diesjährige Jahresthemakampagne: Ohne Bildung kein Frieden – Bildung als Schlüssel für eine gerechte Zukunft! Nähere Informationen finden Sie auf der Kampagnenseite zum Jahresthema Frieden der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd.

„Wir müssen sicherstellen, dass Frauen und Mädchen auch in Kriegs- und Krisengebieten Zugang zu Bildung erhalten – nicht nur, um ihre eigenen Lebensbedingungen zu verbessern. Dies ist auch deshalb unabdinglich, um eine stabile, gerechte und friedliche Zukunft für ihre Gemeinschaften – und somit auch die unsere – aufzubauen“, so Dr. Ghawami abschließend.

Für Rückfragen stehen Dr. Julia Boger und Bastian Ivens unter infostelle@wusgermany.de zur Verfügung.