Globales Lernen gemeinsam gestalten: Kooperationstag Bayern vernetzt Lehrkräfte und internationale Studierende

Lehrkräftefortbildung in Bayern zu Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an beruflichen Schulen im WUS-Projekt „Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ mit Studierenden aus Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas.

Wiesbaden/Augsburg, 29.10.2026. Wie lassen sich globale Herausforderungen und die 17 UN Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) im Unterricht an beruflichen Schulen aufgreifen? Mit dieser Frage beschäftigten sich 30 Lehrkräfte und internationale Studierende aus Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas beim diesjährigen Grenzenlos-Kooperationstag in Bayern. Die Veranstaltung bot Raum für fachlichen Austausch, neue Perspektiven und die Planung von Lehrkooperationen zwischen beruflichen Schulen und internationalen Studierenden.

Nach der Vorstellung des Projekts Grenzenlos durch Sophie Kroiher (WUS) setzten sich die Teilnehmenden mit den 17 Nachhaltigkeitszielen auseinander. Einen fachlichen Impuls lieferte Karl Geller, vom Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB) Fachgruppe Berufliche Bildung für nachhaltige Entwicklung (BBNE), mit dem „10-Punkte-Aktionsprogramm Nachhaltigkeit“. Dabei zeigte er auf, wie BNE im Sinne des whole-school-approaches in Berufsschulen verankert werden kann. Beispiele wie die Klimaschule Bayern und internationale Schulpartnerschaften verdeutlichten, wie sich Nachhaltigkeit konkret im schulischen Umfeld umsetzen lässt.

Die Grenzenlos-Aktiven stellten am Nachmittag ihre vielfältigen Lehrkooperations-Themen vor. Die Themenlandschaft war wie immer vielfältig: Klimagerechtigkeit, nachhaltige Ernährung, globale Lieferketten, die Bedeutung von sauberem Wasser bis hin zu Bildung in Pakistan. Die Studierenden aus den Ländern Kamerun, Guinea, Indien, Indonesien, Iran, Kenia und Pakistan brachten dabei unterschiedliche internationale Erfahrungen und Sichtweisen ein. Durch ihre Perspektiven und vielseitigen Themen zeigten sie den anwesenden Lehrkräften ein buntes Repertoire an Möglichkeiten, Globales Lernen in den Unterricht zu integrieren.

Im Programmpunkt „Make a match“ entwickelten Lehrkräfte und Studierende gemeinsam Ideen für Lehrkooperationen und trafen erste konkrete Vereinbarungen. Abschließend wurden die Abläufe für Lehrkooperationen und die (Re-)Zertifizierung als Grenzenlos-Schule vorgestellt.

Wie wichtig dieser Austausch ist, zeigten auch die Rückmeldungen: Der Kooperationstag verdeutliche, wie wertvoll die Vernetzung von Menschen ist, die sich gemeinsam für eine nachhaltigere und gerechtere Welt einsetzen. Globale Herausforderungen könnten nur durch Zusammenarbeit und gemeinsames Engagement angegangen werden.

Das Projekt „Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ wird von den Ländern Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie von ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.
 

PRESSEMITTEILUNG zum UN-Welttag der Information über Entwicklungsfragen am 24. Oktober 2026

Entwicklungspolitische Bildungsarbeit stärkt Demokratie und globale Solidarität - Ausgaben für entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit der OECD-Länder

[Wiesbaden, 23.10.2026] Der World Development Information Day am 24. Oktober gibt Anlass, die Bedeutung von Bildung als Grundlage für nachhaltiges Handeln hervorzuheben. Der World University Service (WUS) veröffentlicht dazu die aktuellen Daten über die Ausgaben der OECD-Staaten für entwicklungspolitische Bildungs- und Informationsarbeit. Das aktuelle Datenblatt zeigt, dass sich die Ausgaben der OECD-Staaten sowohl untereinander als auch im Vergleich zum Vorjahr teilweise deutlich unterscheiden. Deutschland wiederum hat seine Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr leicht gesteigert.

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Development Programme, UNDP) empfahl bereits 1993, drei Prozent der Gesamtausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit (ODA – Official Development Assistance) für entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit zu verwenden. In Deutschland liegen die Ausgaben hierfür nach aktuellen Berechnungen der OECD lediglich bei ca. 0,6 Prozent. Das neue Datenblatt der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd des WUS gibt einen Überblick über die Ausgaben für entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit der OECD-Staaten. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2024.

„Deutschland liegt bei den relativen Ausgaben für die entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit inzwischen auf Rang fünf unter den OECD-Staaten. Wir begrüßen den Aufstieg und die Erhöhung des entsprechenden BMZ-Haushaltstitels ausdrücklich. Gemeinsam mit unseren Partnern im Globalen Süden müssen wir populistischen Vereinfachungen und nationaler Abschottung entschieden entgegentreten. Entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit macht globale Abhängigkeiten sichtbar, vermittelt Handlungsmöglichkeiten und zeigt konkrete Lösungsansätze durch internationale Zusammenarbeit auf. Sie ist kein verzichtbarer Haushaltsposten, sondern eine notwendige Investition in Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine friedliche, gerechtere Welt. Zugleich stärkt sie die gesellschaftliche Akzeptanz der deutschen Entwicklungspolitik“, so Dr. Kambiz Ghawami, Vorsitzender des World University Service (WUS).

Der World Development Information Day wurde am 24. Oktober 1972 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Er dient dazu, weltweit auf Entwicklungsprobleme aufmerksam zu machen und die Weltgemeinschaft dazu aufzurufen, sich mit stärkerem Engagement um deren Lösung zu bemühen.

Das aktuelle Datenblatt ist unter folgender Adresse abrufbar: https://wusgermany.de/de/globales-lernen/informationsstelle-bildungsauftrag-nord-sued/publikationen/ausgaben-fuer-informations-und-bildungsarbeit-der-entwicklungszusammenarbeit 

Mehr zur Arbeit der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd finden Sie unter www.informationsstelle-nord-sued.de; mehr zu Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung erfahren Sie unter www.globaleslernen.de. Für Interviewanfragen sowie weitere Rückfragen wenden Sie sich bitte an Bastian Ivens (infostelle@wusgermany.de, Tel. 0611 9446170).

Gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des BMZ und durch die Länder: 
Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen

World University Service – Deutsches Komitee e. V.
Seit 1950 aktiv für das Menschenrecht auf Bildung
Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd
Goebenstraße 35 - 65195 Wiesbaden 
Tel. +49 611 9446170 - Fax: +49 611 446489 
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Die SDGs in Schule und Unterricht bringen

Die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung – die Sustainable Development Goals (SDG) – sind seit vielen Jahren ein wichtiger Referenzrahmen für die entwicklungspolitische Arbeit.

Das Portal Globales Lernen bündelt in einem eigenen Fokus  eine große Vielzahl und Vielfalt an Unterrichtsmaterialien, Aktionen, Veranstaltungen und Hintergrundinfos, die Lehrkräften und außerschulischen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren Anregungen geben, wie sie zu den 17 Zielen ansprechend und methodisch vielfältig arbeiten können.

Aus diesem großen Fundus soll bei der Auftaktveranstaltung der Fortbildungsreihe geschöpft werden: Vorgestellt werden – nach einer kurzen Einführung ins Thema – ausgewählte aktuelle Bildungsmaterialien, die die SDGs insgesamt zum Thema haben, sowie Filme, Online-Tools und weitere Bildungsangebote zur Anwendung im schulischen wie außerschulischen Kontext. Außerdem schauen wir uns Best Practice an und erfahren in einem Kurzvortrag, wie die SDGs im Schulalltag an einem Gymnasium in Baden-Württemberg ihren Platz finden.

Termin: 10.11.2026, 16:00–17:00 Uhr online über Zoom.

Anmeldungen bitte per Formular: https://forms.gle/TW4VcWmDdE9oUFMv5, Rückfragen an service@globaleslernen.de   

Die Veranstaltung ist Teil der Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele – Lernsnacks für Lehrkräfte“, die vom 10. November bis zum 03. Dezember 2026 von einem Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen, die sich in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit und für das Globale Lernen engagieren, angeboten wird. Jede Woche werden dienstags und donnerstags je zwei Lernsnacks à 60 Minuten zu verschiedenen Themen und für unterschiedliche Zielgruppen angeboten. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenfrei. Die Anmeldungen erfolgen über die jeweilige Organisation.

Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele – Lernsnacks für Lehrkräfte“

Die 17 Nachhaltigkeitsziele im Unterricht

Sie möchten die 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) in Ihren Unterricht integrieren und suchen dafür konkrete Impulse? Die digitale Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele – Lernsnacks für Lehrkräfte“ bietet praxisnahe Anregungen, Materialien und Methoden für die Bildungsarbeit.

Vom 10. November bis 03. Dezember 2026 lädt ein Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen, die sich in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit und für das Globale Lernen engagieren, erneut zu den digitalen Lernsnacks ein. Das Angebot richtet sich an Lehrkräfte aller Schulformen und Jahrgangsstufen, Lehramtsanwärter*innen, außerschulische Bildungsakteur*innen sowie weitere Interessierte.

An jedem Dienstag und Donnerstag finden jeweils zwei 60-minütige Lernsnacks zu einem oder mehreren SDGs statt. Die Lernsnacks stellen passende Unterrichtsmaterialien vor und zeigen praktische Methoden, die direkt im Unterricht eingesetzt werden können.

Das Themenspektrum ist so vielfältig wie die Nachhaltigkeitsziele selbst. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Fairer Handel, Frieden, Kinderrechte, Migration, Klima und nachhaltiges Bauen.

Teilnahme und Termine

Die Lernsnacks werden dienstags und donnerstags zu folgenden Zeiten angeboten:

  • 16:00–17:00 Uhr
  • 17:30–18:30 Uhr

Die Teilnahme ist kostenfrei. Alle weiteren Informationen finden sich in den jeweiligen Veranstaltungsbeschreibungen. Die Anmeldung erfolgt über die jeweils anbietende Organisation.

Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg

Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg

Hauptstätter Straße 67
70178 Stuttgart
Baden-Württemberg
Deutschland

Telefon
+49 711 126-2809
E-Mail
umweltakademie[at]um.bwl.de

PRESSEMITTEILUNG zur Berufung von Phumzile Mlambo-Ngcuka in die neue Entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission

[Wiesbaden, 6.10.2026 2026] WUS gratuliert Phumzile Mlambo-Ngcuka zur Berufung in die neue Entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission 

Der World University Service (WUS) gratuliert Phumzile Mlambo-Ngcuka herzlich zu ihrer Berufung in die neue Entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission der Bundesregierung. Ihre Berufung ist für WUS auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil sie selbst viele Jahre in der internationalen Bildungs- und Entwicklungsarbeit des WUS in Südafrika tätig war.

Die neue Entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission wurde am 5. Oktober 2026 in Berlin von ihren Ko-Vorsitzenden Olaf Scholz und Laura Chinchilla vorgestellt. Dem Gremium gehören 20 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, internationalen Organisationen und Zivilgesellschaft aus dem Globalen Süden und Norden an. Die Kommission soll Vorschläge für eine Weiterentwicklung der internationalen Entwicklungszusammenarbeit in einer zunehmend multipolaren Welt erarbeiten.

Phumzile Mlambo-Ngcuka war während der Apartheid in Südafrika für den World University Service tätig. In dieser Zeit engagierte sie sich für Bildungs- und Entwicklungsprogramme und für die Verbesserung der Lebens- und Bildungschancen benachteiligter Bevölkerungsgruppen.

Der WUS hatte während der Apartheid gemeinsam mit internationalen Partnern, insbesondere mit Unterstützung aus den skandinavischen Ländern, alternative Bildungsstrukturen und Programme gefördert. Ziel war es, einen Beitrag zu einem demokratischen und rassenfreien Südafrika zu leisten und Menschen durch Bildung und Qualifizierung neue Perspektiven zu eröffnen.

Damit steht die persönliche Geschichte von Phumzile Mlambo-Ngcuka zugleich für eine zentrale Erfahrung der internationalen Entwicklungszusammenarbeit: Bildung schafft Teilhabe, stärkt gesellschaftliche Selbstbestimmung und kann langfristig politische und gesellschaftliche Veränderungen unterstützen.

Nach ihrer Tätigkeit beim WUS setzte Phumzile Mlambo-Ngcuka ihr Engagement auf höchster nationaler und internationaler Ebene fort. Sie war unter anderem Ministerin und von 2005 bis 2008 Vizepräsidentin Südafrikas. Von 2013 bis 2021 war sie Exekutivdirektorin von UN Women im Rang einer Untergeneralsekretärin der Vereinten Nationen. Zudem war und ist sie in leitenden Funktionen im Hochschulbereich tätig.

„Wir freuen uns sehr über die Berufung von Phumzile Mlambo-Ngcuka in die neue Entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission. Für WUS schließt sich damit in besonderer Weise ein Kreis: Eine ehemalige Mitarbeiterin des WUS, die während der Apartheid in Südafrika Bildungsarbeit für gesellschaftliche Teilhabe und Veränderung geleistet hat, bringt heute ihre jahrzehntelange nationale und internationale Erfahrung in die Gestaltung der zukünftigen Entwicklungspolitik ein. Ihre Biografie steht für die Bedeutung von Bildung, internationaler Solidarität und gleichberechtigten Partnerschaften zwischen dem Globalen Süden und Norden“, erklärt Dr. Kambiz Ghawami, Vorsitzender des World University Service (WUS).

„Wir sind überzeugt, dass Phumzile Mlambo-Ngcuka die Perspektiven des Globalen Südens und die Erfahrungen aus ihrer langjährigen internationalen Arbeit wirkungsvoll in die Kommission einbringen wird. Der WUS gratuliert ihr zu dieser verantwortungsvollen Aufgabe und wünscht ihr für ihre Arbeit viel Erfolg“, so Ghawami weiter.

Grenzenlos am BNE-Studientag der staatlichen Studienseminare für das Lehramt an berufsbildenden Schulen Neuwied und Mainz

Wiesbaden/ Bad Kreuznach 05.10.2026: Wie kann Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) systematisch an Studienseminaren verankert werden? Dieser Frage widmeten sich die beiden staatlichen Studienseminare an den BBS Neuwied und Mainz bei einem gemeinsamen BNE-Studientag in Bad Kreuznach. Das Projekt „Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ war eingeladen, seine Erfahrungen aus der Praxis einzubringen und konkrete Möglichkeiten für die Verankerung von BNE in der Lehrkräftebildung aufzuzeigen.

Im Mittelpunkt des Studientags standen zentrale Fragen: Wie lässt sich BNE in Fachseminaren sowie in aufbauenden und fächerübergreifenden Veranstaltungen integrieren? Welche Methoden fördern systemisches Denken, Perspektivübernahme und Gestaltungskompetenz? Und wie kann BNE im Sinne eines Whole Institution Approach nachhaltig in den Strukturen einer Bildungseinrichtung verankert werden?

In einem praxisnahen Workshop, den die Teilnehmenden in Kleingruppen besuchen konnten, gab Grenzenlos-Projektreferentin Helen Danso gemeinsam mit der erfahrenen Grenzenlos-Aktiven Abla-Sika Hanou Gbekley Einblicke in die konkrete Umsetzung von BNE und Globalem Lernen im Unterricht. Nach einer kurzen Vorstellung des Projekts durch Referentin Helen Danso präsentierte die Grenzenlos-Aktive Abla-Sika Hanou Gbekley ihre drei Themen, mit denen sie sich im Rahmen des Projekts für Globales Lernen engagiert: SDG 12 „Die wertschätzende Geschichte der Schokolade“; SDG 12:„Kleidung verbindet Welten – Nachhaltigkeit praktisch erleben“ und SDG 10 : „Wer zeichnet die Welt? Kartographie und Macht“. Dabei blieb es nicht bei der Vorstellung der Themen. Um möglichst authentisch zu vermitteln, wie eine Lehrkooperation von Grenzenlos im Unterricht konkret aussehen kann, wurden verschiedene Methoden direkt mit den Teilnehmenden ausprobiert. So startete der Workshop beispielsweise mit einem kurzen Brainstorming zu unterschiedlichen Gegenständen. Anschließend ordneten die Teilnehmenden verschiedene Themen den Sustainable Development Goals (SDGs) zu und überlegten, wie sich diese Themen für die Arbeit in ihren eigenen Studienseminaren nutzen lassen.

Besonders deutlich wurde dabei, wie wichtig persönliche Erfahrungen und authentische Geschichten für BNE sind. Durch ihre lebendige Vortragsweise und ihren persönlichen Bezug zu den vorgestellten Themen gelang es der Grenzenlos-Aktiven, nachhaltige Entwicklung nicht nur als abstraktes Konzept, sondern als etwas Greifbares und Emotionales zu vermitteln. Eine zentrale Erkenntnis des Workshops lautete daher: „BNE braucht Geschichten.“ Denn gerade über persönliche Geschichten und emotionale Zugänge können Perspektivwechsel angeregt, Empathie gefördert und komplexe globale Zusammenhänge verständlich gemacht werden.

„Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ ist ein Projekt des World University Service (WUS) und wird gefördert vom Ministerium des Innern und für Sport in Rheinland-Pfalz und den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und dem Saarland sowie von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

 

Berufliche Schulen setzen Zeichen für Globales Lernen: Vier „Grenzenlos“ Rezertifizierungen

Das Projekt „Grenzenlos-Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ bietet beruflichen Schulen die Möglichkeit, sich als „Grenzenlos-Schule“ zertifizieren zu lassen. Schulen, die sich in besonderem Maße für Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) engagieren, können im Rahmen einer Rezertifizierung nachweisen, dass sie diese Themen dauerhaft und erfolgreich in ihrem Schulprofil verankert haben. Die Rezertifizierung würdigt das kontinuierliche Engagement von Lehrkräften und Schülerschaft gleichermaßen und macht ihren Einsatz für eine zukunftsorientierte Bildung sichtbar. Wir gratulieren den neu rezertifizierten beruflichen Schulen herzlich zu dieser Auszeichnung!

Wiesbaden, 22.09.2026: Immer mehr berufliche Schulen bereiten ihre Schülerinnen und Schüler gezielt auf eine global vernetzte Arbeitswelt vor. Sie fördern eine Bildungskultur, in der globale Verantwortung als selbstverständlicher Bestandteil beruflicher Bildung verankert ist, und orientieren sich dabei am „Orientierungsrahmen Globale Entwicklung“ der Kultusministerkonferenz (KMK) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Mit ihrer erfolgreichen Rezertifizierung als „Grenzenlos“-Schule bekräftigen nun das Diakoneo Berufliche Schulzentrum Neuendettelsau, die Brühlwiesenschule Hofheim die BBS Prüm und die inlingua Berufsfachschule Augsburg dieses Engagement für Globales Lernen. Die Auszeichnung macht sichtbar, wie konsequent die vier beruflichen Schulen internationale Perspektiven, Bildung für nachhaltige Entwicklung und globale Verantwortung in ihrem Schulalltag verankern.

Wie verdient die Rezertifizierung ist, zeigt sich nicht nur an den zahlreichen Lehrkooperationen mit internationalen Studierenden aus Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas, sondern auch an den vielfältigen Aktivitäten, mit denen die Schulen BNE und Globales Lernen im Schulalltag verankern:

Am Diakoneo Beruflichen Schulzentrum Neuendettelsau werden die Lehrkooperationen mit dem Projekt „Grenzenlos“ als besonders bereichernde Lernerfahrungen wahrgenommen. Sie „ermöglichen Perspektivwechsel, fördern kritisches Denken und stärken die Offenheit gegenüber kultureller Vielfalt“. Darüber hinaus engagiert sich die Schule in zahlreichen weiteren Projekten. So trägt das Projekt „Umweltschule“ dazu bei, ökologische und soziale Verantwortung für die Schülerinnen und Schüler erfahrbar zu machen. Eine Tauschbibliothek sensibilisiert für einen ressourcenschonenden Umgang mit Medien, während ein regelmäßig organisierter Kleiderbasar zur kritischen Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten anregt. Zudem sind Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung fächerübergreifend im Unterricht verankert.

Auch an der Brühlwiesenschule Hofheim besitzen die Lehrkooperationen mit „Grenzenlos“ einen hohen Stellenwert. Sie werden regelmäßig von Lehrkräften unterschiedlicher Fachrichtungen initiiert und in verschiedenen Unterrichtsfächern umgesetzt: Während insbesondere soziale Nachhaltigkeit im Mittelpunkt steht, werden in den technischen Ausbildungsbereichen wie Elektro-, Holz- und Metalltechnik verstärkt ökologische Fragestellungen aufgegriffen. Zum Schuljahr 2026/27 führt die Schule außerdem ein eigenes Zertifikat für Schülerinnen und Schüler ein, das besonderes Engagement im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung würdigt. Dieses kann durch Aktivitäten im Unterricht sowie durch zusätzliche schulische und außerschulische Initiativen erworben werden.

An der BBS Prüm eröffnen die Lehrkooperationen mit „Grenzenlos“ sowohl Lehrkräften als auch Schülerinnen und Schülern neue Perspektiven und schaffen wertvolle interkulturelle Lernerfahrungen. Das Engagement der Schule zeigt sich darüber hinaus in zahlreichen praxisnahen Nachhaltigkeitsprojekten. Im Rahmen einer Projektwoche installierten Schülerinnen und Schüler gemeinsam ein Solarpaneel auf dem Schulhof, mit dem unter anderem die iPads der Lernenden aufgeladen werden können. Im Zuge eines Upcycling-Projekts entstanden aus ausrangierten Paletten neue Sitzgelegenheiten für den Schulhof. Außerdem pflegen und bepflanzen Schülerinnen und Schüler seit zwei Jahren ein Hochbeet, das einen nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen im Schulalltag erlebbar macht.

Auch an der inlingua Berufsfachschule Augsburg haben die Lehrkooperationen mit „Grenzenlos“ einen hohen Stellenwert. Seit der Zertifizierung zur Grenzenlos-Schule wurden unter anderem Lehrkooperationen zu Fast Fashion, nachhaltiger Handynutzung, den Auswirkungen des Tourismus sowie zu Stereotypen und Realitäten rund um Afrika durchgeführt. Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung sind zudem fächerübergreifend im Unterricht verankert. Von den elf Lehrkräften haben sich bereits sechs aktiv an Lehrkooperationen beteiligt, drei weitere greifen entsprechende Themen gezielt im Unterricht auf. Auch im Schulalltag wird Nachhaltigkeit gelebt, etwa durch Mülltrennung, die digitale Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien, einen ressourcenschonenden Umgang mit Energie sowie Aktionen wie ein „plastikfreies Frühstück“ und einen Second-Hand-Bücherflohmarkt. 

Das Projekt „Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ wird von den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland sowie von ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

Global Education Week 2026: Mitreden. Handeln. Unsere Zukunft gestalten.

(September 2026) Vom 16. bis 22. November 2026 findet die europaweite Global Education Week statt. Unter dem Motto „Mitreden. Handeln. Unsere Zukunft gestalten.“ lädt die Aktionswoche dazu ein, globale Herausforderungen gemeinsam in den Blick zu nehmen und Bildung in konkretes Handeln zu übersetzen.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie durch Globale Bildung individuelle und gemeinsame Antworten auf soziale, ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen gefunden werden können. Die Global Education Week greift dabei die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) und die fünf Kernbereiche der Agenda 2030 – Menschen, Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaften – auf.

Akteurinnen und Akteure des Globalen Lernens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung sind eingeladen, sich mit eigenen Aktivitäten zu beteiligen. Ob Workshop, Ausstellung, Video, Vortragsreihe oder Social-Media-Aktion: Das Format ist frei wählbar. Beiträge können mit einem kurzen Begleittext und einer Infozeile bis zum 9. November 2026 eingereicht werden und werden auf der Website des WUS präsentiert.

Die Global Education Week wird europaweit vom Nord-Süd-Zentrum des Europarats getragen. In Deutschland koordiniert die Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd des World University Service die Aktionswoche.

Info: World University Service (WUS), Deutsches Komitee e. V., Goebenstraße 35, 65195 Wiesbaden, Peri Bausch, Tel. 0611 9446170, globaleducationweek[at]wusgermany.de, www.wusgermany.de 

Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit 2026 in Bremen

(September 2026) Unter dem Motto „VIELE STÄRKEN – EIN LAND“ findet vom 2. bis 4. Oktober 2026 das Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen statt. Gastgeberin der zentralen Feierlichkeiten ist in diesem Jahr die Freie Hansestadt Bremen. Mehr als 400.000 Besucherinnen und Besucher werden zu dem dreitägigen Fest erwartet.

Von der Bremer Innenstadt über die Schlachte und den Osterdeich bis hin zum Weserstadion erstreckt sich ein großes Festgelände mit zahlreichen Informations-, Kultur- und Mitmachangeboten. Ein Herzstück des Bürgerfestes ist die Ländermeile, auf der sich die 16 Deutschen Länder mit ihren vielfältigen Themen und Aktivitäten präsentieren.

Auch das entwicklungspolitische Engagement der Deutschen Länder wird dort sichtbar: An einem gemeinsamen Stand stellen die Länder ihre Ziele und Aktivitäten in der Entwicklungspolitik sowie der entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit vor. Unterstützt werden sie dabei vom World University Service (WUS), der den Stand mit Informationen und Mitmachaktionen für Jung und Alt betreut. Dieses vielfältige Engagement leistet einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen und gerechten globalen Entwicklung und trägt auch zur Umsetzung der 17 SDGs der Agenda 2030 bei.

Weitere Informationen zum Bürgerfest und zum Programm gibt es unter tagderdeutscheneinheit.de.

Info: World University Service – Deutsches Komitee e. V., Portal Deutsche Länder in der Entwicklungspolitik, Goebenstraße 35, 65195 Wiesbaden, Tel. 0611 9446170, portal[at]wusgermany.de, www.entwicklungspolitik-deutsche-laender.de